Hilfe, die ankommt!          

 

Die Kliniken

Klinik in Äthiopien: Wenn wir uns hier in Deutschland den Begriff Klinik vor Augen führen, muss man sich in Äthiopien jedoch unter einer Klinik etwas ganz Anderes vorstellen. Die medizinische Versorgungssituation ist dort dürftig. Der Vergleich der Ärztedichte beschreibt dieses prägnanter als andere Zahlen: In Deutschland entfallen statistisch auf einen Arzt ca. 226 Patienten, in Äthiopien ist ein Arzt für 33.500 Patienten zuständig. Hieraus wird sofort ein fundamentales Problem klar. Auf den ersten Versorgungsebenen gibt es überhaupt keine Ärzte, obgleich hier permanent schwerwiegende und lebensbedrohliche Erkrankungen behandelt werden.

Eine zahnmedizinische Versorgung ist nicht vorgesehen ...


 

katholische Kliniken: So finden sich entlang der größeren Straßen, zu denen auch die Lehm-Straße nach Burat gehört, ca. alle 6-10 km jeweils eine Klinik. Ca. 75 % dieser Kliniken werden vom Staat betrieben. Hier geht es recht rigide vor, jede Behandlung muss persönlich bezahlt werden: ohne Geld -  keine Behandlung. Dazwischen finden sich immer wieder kirchlich geführte Kliniken. Gemäß dem christlichen Gedanken wird hier auch dann behandelt,  wenn diese Leistung nicht bezahlt werden kann. Zwar stellt die Anzahl der Katholiken in Äthiopien unter 1 % der Bevölkerung dar, dennoch unterhält die katholische Kirche beinahe unglaubliche 25 % der Kliniken dort!


 

Ordensschwestern: In der Regel werden die Kliniken durch Ordensschwestern geleitet. Sie sind einerseits hervorragend erfahrene Hebammen oder verfügen über eine betriebswirtschaftliche Ausbildung. Manche sind Pharmacistinnen, andere Lehrerinnen. Vor allem aber sind sie der gute Geist einer jeden Klinik. Sie koordinieren die Arbeit der weiteren Angestellten, tauchen aber tief in die familiären Strukturen der äthiopischen Dorfbewohner ein. So sind sie auch bestens über die sozialen Verhältnisse der Bewohner informiert. Sie betreiben Kommunikation ( die bisweilen schwierig ist aufgrund der vielen verschiedenen Dialekte) und begegnen den Menschen mit spürbar viel Herz. Sie verteilen Kleiderspenden dorthin, wo sie erforderlich sind, kochen schon mal für einzelne Kinder, die elternlos und verwaist sind. Ohne sie kann zwar die Klinik arbeiten, aber das Herz fehlt. 


 

Krankenschwestern/Pfleger: Die Struktur einer Klinik in Äthiopien sieht keine Ärzte vor. Ausgebildete Krankenschwestern/ -pfleger bemühen sich nach besten Möglichkeiten, die medizinischen Probleme der Patienten zu bewältigen. Wir haben darüberhinaus feststellen können, dass die Motivation der Mitarbeiter in den kirchlichen Kliniken besonders engagiert war. Entsprechend hoch ist auch das Ansehen und der Zulauf der äthiopischen Bevölkerung zu diesen Kliniken.


 

Geldsorgen: Keine Kirchensteuer in Äthiopien. Das Dilemma der katholischen Kliniken ist, dass die äthiopische katholische Kirche (nicht einmal 1% der Bevölkerung ist katholisch) somit extrem wenig Gelder für soziale Projekte erhält. Daher ist die Kirche unentwegt bemüht, Hilfe zu finden, diese Kliniken zu unterhalten. Das bedeutet, es muss viel Geld für das jährliche Budget gesammelt werden. Fällt ein Spender aus oder wird die Unterstützung eingestellt, muss diese Klinik geschlossen werden - für die Bevölkerung ein furchtbarer Zustand. Mit dem Schließen einer Klinik bricht die medizinische Versorgung vieler Menschen zusammen.


 

die Entwicklung unserer Klinikprojekte: So waren es Zufälle, die uns den Einstieg unseres Engagements in Äthiopien brachten. Seit 2010 unterstützen wir die erste Klinik in Burat. Seither konnten wir in jedem Jahr das weitgehend komplette Jahresbudget aufbringen. 2013 wurde uns zusätzlich die neu errichtete Klinik in Dakuna anvertraut, nachdem die alte Klinik im wahrsten Sinne zusammengebrochen war. Der Bischof von Emdebir war persönlich an uns herangetreten und bat uns um Hilfe. Seitdem hat unser Verein das gesamte Jahresbudget für die Klinik Dakuna aufgebracht.


 

es fehlte an Allem: Ebenso im Bereich der Diözese Emdebir liegt unsere dritte Klinik, Galiye Rogda. Im Jahr 2014 waren wir auf diese Klinik aufmerksam gemacht worden. Sie ist sicherlich die allerärmste Klinik, die wir dort je gesehen haben. Sie versorgt eine kleinere Volksgruppe, die als Gumus, die „black people“ bezeichnet werden. Die Klinik befindet sich fernab der Hauptstraße in einem sehr öden Land, wo es noch vor einem Jahr weder Wasser noch Strom gab. 2009 wurde dort ein neues, kleines Klinikgebäude errichtet, allein 2 Ordensschwestern leisteten dort essenzielle medizinische Hilfe. Erst durch unsere finanzielle Unterstützung ist es nun möglich, auch weiteres Personal zu beschäftigen. Darüber hinaus konnten wir für diese Klinik durch eine besondere Spendenaktion ein Stromaggregat kaufen und in Betrieb nehmen.